Leben am Gartenteich: Libellen, Molche und Co. entdecken

Matthias

4. November 2026

Leben am Gartenteich: Libellen, Molche und Co. entdecken

Wer an einem warmen Sommertag am Rand eines Gartenteichs sitzt, braucht nur ein wenig Geduld, um Erstaunliches zu entdecken. Eine Libelle landet auf einem Schilfhalm, ein Wasserläufer gleitet über die Oberfläche, und zwischen den Pflanzen taucht kurz ein Molch auf. Selbst kleine Teiche entwickeln sich innerhalb weniger Jahre zu lebendigen Ökosystemen. Dieser Beitrag stellt die häufigsten Bewohner eines Gartenteichs vor und zeigt, wie man das Gewässer für Tiere attraktiv gestaltet.

Warum Gartenteiche für Tiere so wichtig sind

Natürliche Kleingewässer wie Tümpel und Weiher sind in vielen Regionen selten geworden. Für zahlreiche Tierarten, die zumindest einen Teil ihres Lebens im Wasser verbringen, fehlen dadurch Lebensräume. Gartenteiche können diese Lücke teilweise schließen. Vor allem in Siedlungen, in denen sonst kaum Wasserflächen vorhanden sind, werden sie zu wichtigen Trittsteinen für Insekten und Amphibien.

Insekten: die ersten Besucher

Libellen

Libellen gehören zu den auffälligsten Teichbewohnern. Sie entdecken neue Gewässer oft schon im ersten Sommer. Ihre Larven leben im Wasser, teils über mehrere Jahre, bevor sie an einem Pflanzenstängel aus dem Wasser klettern und sich zur fertigen Libelle verwandeln. Wer morgens genau hinsieht, findet manchmal die leeren Larvenhüllen an Uferpflanzen.

Wasserläufer und Rückenschwimmer

Wasserläufer bewegen sich dank feiner Härchen an den Beinen auf der Wasseroberfläche, ohne einzusinken. Rückenschwimmer schwimmen, wie der Name sagt, mit dem Bauch nach oben direkt unter der Oberfläche. Beide sind Räuber und jagen kleinere Insekten.

Wasserkäfer

Der Gelbrandkäfer ist einer der größten heimischen Wasserkäfer. Er und seine Larven sind geschickte Jäger. Daneben gibt es zahlreiche kleinere Arten, die man oft erst bei genauem Hinsehen bemerkt.

Amphibien: Frösche, Kröten und Molche

Im Frühjahr wandern Amphibien zu Gewässern, um dort zu laichen. Grasfrösche und Erdkröten gehören zu den häufigsten Arten in Gärten. Bergmolche und Teichmolche nutzen ebenfalls gern Gartenteiche. Die Kaulquappen und Molchlarven entwickeln sich im Laufe des Sommers, bevor die jungen Tiere an Land gehen.

Alle heimischen Amphibienarten sind geschützt. Sie dürfen nicht aus der Natur entnommen und umgesiedelt werden. Wer Amphibien im Garten haben möchte, schafft am besten gute Bedingungen und wartet, bis sie von selbst kommen. Weitere Informationen bietet der Wikipedia-Artikel zu Amphibien.

Vögel und Säugetiere

Ein Teich ist auch für Tiere wichtig, die nicht im Wasser leben. Amseln, Meisen und Spatzen nutzen flache Uferstellen zum Trinken und Baden. Igel kommen nachts zum Trinken. An einem flachen Ufer oder einer Ausstiegshilfe können Tiere, die versehentlich ins Wasser fallen, wieder herausklettern. Steile Folienränder ohne Ausstieg werden für Igel und andere Kleinsäuger dagegen schnell zur Falle.

Fische: ja oder nein?

Viele Teichbesitzer möchten Fische halten. Goldfische und Koi sind beliebt, haben aber einen großen Einfluss auf das Gleichgewicht im Teich. Sie fressen Laich, Kaulquappen und Insektenlarven und erhöhen durch Futter und Ausscheidungen den Nährstoffgehalt im Wasser. Wer vor allem heimische Tiere beobachten möchte, verzichtet daher besser auf Fische oder setzt nur wenige in einem großen Teich ein.

Den Teich tierfreundlich gestalten

  1. Flache Ufer: Mindestens ein Uferabschnitt sollte sanft ins Wasser übergehen.
  2. Dichte Bepflanzung: Pflanzen bieten Verstecke, Sitzwarten und Laichplätze.
  3. Totholz und Steine: In der Nähe des Teichs dienen sie Amphibien als Versteck und Winterquartier.
  4. Keine Chemie: Auf Pflanzenschutzmittel und Dünger in Teichnähe verzichten.
  5. Wilde Ecken: Ein Stück ungemähte Wiese in Teichnähe bietet Jungfröschen Deckung.

Praktische Hinweise zu Anlage, Bepflanzung und Pflege eines Gartenteichs bündelt Teich im Web, eine Seite rund um Teichbau, Teichpflanzen und Teichtechnik.

Beobachten mit Respekt

Ein Gartenteich lädt dazu ein, die Natur aus nächster Nähe zu erleben. Mit einem Kescher und einer flachen weißen Schale lassen sich Wassertiere kurz betrachten und anschließend vorsichtig zurücksetzen. Kinder lernen dabei viel über Lebenszyklen und Zusammenhänge. Wichtig ist, die Tiere nicht lange aus dem Wasser zu nehmen und Laichballen nicht zu stören.

Fazit

Ein Gartenteich ist weit mehr als ein Dekorationselement. Er bietet Libellen, Käfern, Amphibien, Vögeln und Kleinsäugern Lebensraum und Wasser. Wer auf flache Ufer, eine reiche Bepflanzung und einen zurückhaltenden Fischbesatz achtet, schafft ein kleines Naturparadies, das jedes Jahr neue Entdeckungen bereithält.